PRAXIS IST DENKEN UND HANDELN
Aus Kunst-Praxis-Staab
Meinungen und Diskussionen in der PRAXIS-Projektatelier Staab, Köln
In der PRAXIS wird oft, intensiv und produktiv diskutiert. Die PRAXIS ist in erster Linie als ein Kommunikation und Bewegung produzierender Schrittmacher und Katalysator gedacht.
Mal sehen, wie die neue Seite so läuft. Seite und Diskussionen anschauen und dann eine Mail schreiben, die dann hier veröffentlicht wird. Wer lieber direkt spricht, als zu schreiben, kann gerne auch in die PRAXIS kommen.
DIE AKTUELLEN DISKUSSIONSTHEMEN:
Inhaltsverzeichnis |
GOLDKINDER UND GOLDESEL
Bei einer politisch hochbesetzten Podiumsdiskussion im Kölner Stadtgarten wurde neulich über mögliche Allianzen zwischen den Kreativen und der Wirtschaft gesprochen, einem Kultur- oder Kreativpakt. Eigentlich richtig, wird deshalb ja auch seit Jahrhunderten so gemacht. Es gab aber Diskussionsbeiträge -auch vom Podium- die klar eine subversive Haltung dazu zeigten: Ob ein Künstler was tauge und damit sozusagen Kunsterlaubniss hat, bestimme ausschließlich sein aktueller Marktwert. Wer nichts verdient sei schlecht und selber schuld, wenn er dann noch weitermacht. Das ist natürlich absurd. Demnach könnte man schon mal anfangen, alle vanGoghs in den Museen abzuhängen und zu entsorgen. In der PRAXIS wird zur Zeit heftig darüber diskutiert, warum solche jahrhundertelang bestaubten Aussagen nun wieder schick sind. Die Künstler beschneiden, das Kunstschaffen nur noch am ökonomischen, nicht mehr am sozialen System messen, dabei aber über grottenschlechten marktorientierten Mainstream im Fernsehen jammern. Offensichtlich ist das sehr kurzgedacht.
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VIEL GUNST FÜR SCHLECHTE KUNST?
Ein immer wieder auftauchendes Mißverständniss ist dringend zu klären: Zahlt die Stadt einem Künstler 633 EUR für ein Projekt, subventioniert sie damit nicht die Selbstverwirklichung des Künstlers oder seine Pizzarechnung, sondern bietet 50 (100? 500?) Besuchern und Bürgern eine kulturelle und soziale Bereicherung. Wir Künstler machen das tatsächlich ja alles freiwillig und keiner hat uns darum gebeten, das soll aber nicht heißen, dass wir alle naiv oder Masochisten sind. Das beliebte Klischee von den 1000 Künstlern, von denen es dann nur einer schafft erfolgreich zu sein, kann ich nicht mehr hören: Kunstschaffen ist eine Gesamtleistung vieler, eine soziale Aufgabe und eine Lebenshaltung im sozialen Interesse, keine nur durch Addition von Verkaufserlösen messbare. Die Qualitätsfrage steht dabei auf einem ganz anderen Blatt. Dass im Kunstbereich dennoch Geld fließen muss, ist eine Binsenweisheit. Einer malt, tausend schauen, einer zahlt. Oder stellvertretend jeder einen kleinen Steueranteil. Dafür hat das Bürgertum selbst lange gekämpft und für sich unter anderem die Museen erzwungen und bezahlt. Wir entwickeln uns zurück!
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KÖLNER KOMMENT
Die PRAXIS ist Mitunterzeichner des Kölner Komments, einer -bisher- nicht institutionalisierten Meinungsplattform von über 100 Kulturinitiativen und Personen. Die Unterzeichnung fiel leicht, bessere Bedingungen für die Kulturarbeit zu wollen, ist ja auch wichtig und richtig, da sind wir uns wohl einig. Ich wünsche mir aber von den Komment-Partnern eine wichtige grundsätzliche Positionsbestimmung: Was wollen wir bei wem erreichen? Wer in einer Stadt, die sich seit Jahren nur an Schuldzuweisungen und gegenseitigen Forderungen abarbeitet, eine neue Bewegung auslöst, hat eine große Verantwortung. Ergibt sich daraus nach ein paar Monaten nichts, weil in die falsche Richtung gezogen wird, ziehen sich die einen wieder für Jahre zurück und die anderen gehen weg oder hören ganz auf. Deshalb: Kommunikation mit den (Kultur) Politikern ist wichtig. Es geht aber zur Lösung der Dauerkrise nicht ausschließlich darum, sich im politischen System erfolgreich bewegen zu lernen, um so vielleicht für eine Etatperiode eine 30 oder 50 oder 100 prozentige Kürzung des Kulturetats zu verhindern. Es geht vielmehr darum, nicht den Politikern, sondern zuerst der Bürgerschaft klar zu machen, um was für Verluste für die eigene Lebensqualität es hier geht. Wir Kultur-Produzenten haben seit Jahren unsere Verantwortung an die Politik abgegeben und ein massives doppeltes Kommunikationsproblem zugelassen, zwischen den Kulturschaffenden untereinander und den Kulturschaffenden und dem breiten Bürgertum. Zuerst das zu ändern, und dann erst die Politik in die Plicht zu nehmen wäre angebracht. Kultur ist in einem europäischen Land nicht Staatsziel, sondern Staatsbasis. Ohne global gedachte, aber lokal gemachte Kultur gibts gar keinen lebenswerten freiheitlichen Staat, keine Stadt, kein Dorf. Wir sind bereits die soziale Skulptur. Nur an der Form muss immer weiter gearbeitet werden. Diesen Schulterschluss zwischen Kulturschaffenden und Bürgertum hätte ich gerne auch wieder in Köln, daran müssen wir arbeiten. Die Politiker springen dann auf den fahrenden Zug ihrer Wählerschaft auf, bzw können fairerweise wieder besser der von uns an sie deligierten Aufgabe nachkommen: Gute Rahmenbedingungen für die Produzenten und die Konsumenten zu schaffen. Die Stadt und die Öffentlichkeit sind wir. Wenn Köln eine beständige Tradition hat, dann diese: Die großen kulturellen Projekte und Bewegungen mit Aussenwirkung und Anziehungskraft sind immer in Köln selbst entstanden, in enger Zusammenarbeit von Künstlern und Bürgertum. Oft unter Vernachlässigung der natürlichen Trägheit der Obrigkeit. Ein Blick über den eigenen Tellerrand hinaus, auf die überregionalen und internationalen Entwicklungen schadet dabei nicht. Nur im Selbstmitleid verhaftet - oder selbstverliebt - das eigene Süppchen zu kochen, erhöht bestenfalls den Kölsch-Umsatz, nicht die Qualität der Kulturproduktion. Der KOMMENT ist eine gute Sache, nutzen wir also die Möglicheiten optimal.
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HANDLUNGSVORSCHLAG 1: Kulturpool Köln
Damit Forderungen an die Stadt nicht immer mit direkten Geldforderungen verbunden sind, hier nun ein erster praktischer Handlungsvorschlag an die Stadt Köln im Rahmen des Kölner Komment.
Arbeitstitel: Kulturräume Köln / Kulturpool Köln
Es gibt in Köln viele Kunstproduzenten und Kulturinitiativen, die bereit und in der Lage sind ambitionierte Kulturprojekte und künstlerische Projekte zu realisieren, denen aber geeignete und bezahlbare Räume fehlen. Hier nun ein Vorschlag, wie dieses Problem mit geringem Kostenaufwand gelöst werden kann. ....
Zur Seite Kulturpool Köln um den ganzen Text zu lesen.
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